Weißer weißer Tag - Ida Mekkín Hlynsdottir - Ingvar Eggert Sigurdsson

Weißer, weißer Tag

Filmstart: 13.2.
Regie: Hylnur Pálmason;
Darsteller: Ingvar E. Sigurðsson, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Hilmir Snær Guðnason, Björn Ingi Hilmarsson u.a. -

Ein abgeschieden gelegenes Haus in der wilden Natur Islands. Minutenlang verharrt die Kamera auf dem Gebäude, in harten Schnitten sehen wir die Jahreszeiten vorbeiziehen, erleben Veränderungen am Haus, in der Landschaft. Schon mit seiner einführenden Sequenz legt Autor und Regisseur Hylnur Pálmason Stimmung und Tempo seines zweiten Langfilms nach „Winter Brothers" (2017) fest.

Ganz überraschend ist Ingimundur (Ingvar Sigurðsson) Witwer geworden, seine Frau hatte einen tödlichen Unfall, und für den Mittfünfziger ist eine Welt zusammengebrochen. Der einzige Trost ist seine über alles geliebte Enkelin Salka (Ída Mekkín Hlynsdóttir). Doch außer der Trauer nagt noch etwas an Ingimundur: Es beginnt der Verdacht in ihm zu keimen, seine Frau habe ihn mit einem anderen Mann betrogen. Dieser Gedanke beginnt den Witwer bald so auszufüllen, dass er in seinem Wahn selbst die Beziehung zur Enkelin aufs Spiel stellt.

Wenn es in der überaus regen Filmszene Islands so etwas wie einen Star gibt, dann ist das neben dem sogar in den USA tätigen Baltasar Kormákur vor allem der Schauspieler Ingvar Sigurðsson. Durch Filme wie „Engel des Universums" (2000), „Reykjavík – Rotterdam" (2008) oder „Von Menschen und Pferden" (2013) hat sich sein kantiges Gesicht eingebrannt, inzwischen ist er in Filmen wie „Justice League" und „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" auch in Hollywood aufgetreten. So wundert es nicht, dass Autor und Regisseur Hylnur Pálmason nach eigenem Bekunden Sigurðsson vor Augen hatte, als er das Buch zu „Weißer, weißer Tag" verfasste.

Sigurðsson spielt die Hauptfigur hier mit einer Intensität, die beinahe Angst macht: einen Trauernden, der mit seinen Gefühlen nicht umgehen kann und deshalb ein Ventil sucht. Und Regisseur Sigurðsson findet in seinem spröden Drama exakt komponierte Bilder, die dieses Innenleben widerspiegeln. Die Bilder sagen hier viel mehr als die nicht eben zahlreichen Dialoge. Das war der Jury bei den traditionellen Nordischen Filmtagen in Lübeck der Hauptpreis des Festivals wert.

Martin Schwarz

Stand: 18.02.2020

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