Buch
 

Tatort Cornwall

Post für den Mörder

Thomas Chatwin: „Post für den Mörder", von Thomas Chatwin, Rowohlt Polaris, 316 S., 14,99 Euro

Fowey an der Küste Cornwalls ist einer jener Orte, die ganz wunderbar für einen Roman von Rosamunde Pilcher als Schauplatz dienen könnte. Und so ist auch das Leben der Postbotin Daphne Penrose eher beschaulich. Ihr Mann Francis ist für alles zuständig, was auf dem River Fowey passiert, so auch für eine mysteriöse Boje, die scheinbar ziellos flussabwärts treibt. Dass mit der Boje eine Leiche aus dem Wasser gezogen wird, lässt die Ruhe in Fowey in Sekunden der Vergangenheit angehören, handelt es sich bei dem Toten doch um den bekannten Reeder Edward Hammett, der soeben ein neues Schiff fertig gestellt hatte.
Daphne Penrose hat kurz darauf das zweifelhafte Vergnügen, die Malerin Sandra McKallan in einem Bootshaus tot aufzufinden. Mehrmals hatte Daphne sie in ihrem Haus/Atelier nicht angetroffen. Doch es bleibt nicht bei dieser Toten. Der Leichnam des Vikars liegt ebenfalls im Bootshaus! Hängen die Verbrechen zusammen? Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Reeder Hammett und die Künstlerin McKallan eine Affäre hatten.
Daphnes Neugier ist geweckt, aber es ist nicht ungefährlich. Als sie im nicht weit entfernten Truro ermittelt und dabei versucht, Informationen über den Vikar zu erlangen, wird sie niedergeschlagen.
Autor Thomas Chatwin beschreibt vordergründig eine Idylle, die aber trügerisch ist. Da schwingt ein bisschen Miss Marple nebst Mister Stringer mit, nur dass es sich bei dem Ort eben nicht um das fiktionale St. Mary Mead handelt, sondern um das reale Küstenstädtchen Fowey. Und hier macht es wirklich Freude, diesem besonderen Ermittlerpaar über die Schulter zu schauen. Also, Cornwall (mit seinen kriminalistischen Geheimnissen) ruft!

Rainer Scheer

Stand: 08.07.2019

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