Buch
 

Die wilden Siebziger

Blutiger Januar

„Blutiger Januar", von Alan Parks, Heyne Hardcore, 395 Seiten, 16 Euro

Das Programm von Heynes Hardcore-Imprint ist für Krimi- und Südstaaten-Enthusiasten immer einen Blick wert. Gegen Ende des Jahres kam mit „Joe" z. B. ein weiterer Roman von Larry Brown heraus, der gekonnt amerikanischen White Trash, Armut und Gewalt beschreibt – wesentlich gefälliger als in „Fay". Obendrein erschien „Blutiger Januar", das Romandebüt von Alan Parks. Der Schotte war lange in der Musikindustrie tätig, wo er sich um All Saints und Gnarls Barkley kümmerte. Sein Landsmann John Niven entstammt derselben Szene. Wie Ian Rankin, schenkte Niven seinem alten Kollegen einen wohlwollenden Blurb fürs Cover, und wenn man die Danksagung in „Blutiger Januar" liest, dann hat er wohl noch mehr getan. Im ersten Viertel von Parks Erstling, der im rauen, kriminellen und korrupten Glasgow der Siebziger Jahre spielt, fragt man sich, ob Niven nicht vielleicht eine Tür zu viel geöffnet haben mag. Dann aber geht „Blutiger Januar" steil, und obwohl die Temperaturen im Buch frostig bleiben, erwärmt man sich immer mehr für den angeschlagenen Polizisten Harry McCoy. Plötzlich wird dieser hartgekochte, drastische Schottenkrimi sogar ein Pageturner, den man sich trotz der recht konventionellen Handlung gar nicht schnell genug reinziehen kann. McCoys Kampf gegen falsche Entscheidungen, falsche Freunde und ganz sicher die falschen Feinde ist nie besonders innovativ oder ausgefallen. Doch Alan Parks sorgt zwischen Morden, Korruption auf allen gesellschaftlichen Ebenen und Feminismus dafür, dass das Glasgow seiner wilden Jahre aufersteht, und dass einem sein gebeutelter Antiheld etwas bedeutet. Das reicht am Ende für einen guten Einstand und einen vielversprechenden Serienauftakt.

Christian Endres

Stand: 14.11.2018

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