Film
 

Der Junge muss an die frische Luft - von M. Schwarz

Der Junge muss an die frische Luft - Julius Weckauf

Filmstart: 25.12.
Regie: Caroline Link, Darsteller: Julius Weckauf, Luise Heyer, Sönke Möhring, Hedi Kriegeskotte

Hape Kerkeling hat sich mit den Jahren einen Kultstatus im Bereich Humor erarbeitet, der jenen von Otto Waalkes oder Loriot in nichts nachsteht – Figuren wie Horst Schlämmer oder Sketche wie „Hurz" gehören zum deutschen allgemeinen Kulturgut. Man kann aber davon ausgehen, dass das mit der zusätzlichen Schriftsteller-Karriere im Leben des Entertainers nicht wirklich geplant war. Denn wer konnte ahnen, dass die Beschreibung einer Jakobswegwanderung wie in „Ich bin dann mal weg" zum Millionenseller geraten würde? Danach hat Kerkeling literarisch nachgelegt und in Romanform aus seiner Kindheit erzählt – erneut mit Erfolg.
Und nun also der Film zur Komikerautobiografie. Der achtjährige Hans-Peter (sensationell: Julius Weckauf) wächst wohlbehütet am Rande und im Ruhrgebiet auf. Sehr wohlbehütet, den sowohl Mama Margret und Vater Heinz als auch Oma Bertha und Opa Hermann hier sowie Oma Änne und Opa Willi da kümmern sich um das Wohlergehen des pummeligen kleinen Kerls. Und mit einer Waffe zieht er sowieso alle auf seine Seite: mit Humor. Hans-Peter schlüpft für sein Leben gern in andere Rolle, ahmt die Spleens der Kundinnen im heimischen Krämerladen nach. Nebenbei betrachtet der Junge nicht nur gerne Männer in Unterhosen im Otto- oder Quelle-Katalog, sondern insistiert auch darauf, sich zum Karneval als Prinzessin zu verkleiden. Doch gegen eine Sache kommt er nicht an: gegen die zunehmenden Depressionen seiner Mutter.
Gleich drei Frauen sind maßgeblich an der gelungenen Umsetzung des autobiografischen Stoffes beteiligt: Drehbuchautorin Ruth Toma „Kebab Connection", „Emmas Glück") mit ihrer punktgenauen Straffung der Vorlage, Kamerafrau Judith Hermann („Elser") mit ihren warmen, nur leicht nostalgischen Sommerbildern und Regisseurin Caroline Link („Nirgendwo in Afrika") mit ihrer angenehm unspektakulären Dramaturgie, die nicht nach den großen Spannungsbögen schielt, sondern die heitere und auch traurige Stimmung perfekt einfängt. Ein schöner, einfühlsamer Film, der nichts verklärt, sondern die Sicht eines Jungen auf eine nicht immer einfache Kindheit einfängt.

Martin Schwarz

Stand: 11.12.2018

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... wie sagte mein Vater immer zu mir: "Auch ein Hippie muss mal Pippi!". Das aber nur am Rande... wer 17 Hippies hören und sehen will (gut, es sind eigentlich nur 13...), wie sie großartige, chansoneske Rock'n'Roll-Musik mit Stilen aus aller Welt machen, der muss am 18.1. in den Hirsch gehen. Um 21 Uhr geht's los. Peace!

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