Film
 

Filmhaus Nürnberg 11-18

Matangi/Maya/M.I.A.

Der Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor Pietro Germi (1914-1974) war eine der herausragenden Persönlichkeiten in der goldenen Ära des italienischen Films der 40er bis 70er Jahre. Germi zählte neben Visconti, De Sica und Rossellini zu den Neorealisten der ersten Stunde. Seine bekannteste Regiearbeit „Scheidung auf Italienisch" (1961) war (auch) der Beginn einer internationalen Schauspielkarriere für die damals 15-jährige Stefania Sandrelli, die eine Ikone des italienischen Kinos werden sollte. Von Germi entdeckt, wurde sie innerhalb kurzer Zeit durch ihre beeindruckende Vitalität, Sinnlichkeit, Wandlungsfähigkeit und Leinwandpräsenz zu einer der populärsten und meist beschäftigten Schauspielerinnen ihrer Generation. Noch bis zum 23. November können folgende Werke entdeckt werden: „Ich habe sie gut gekannt" ist ein Meisterwerk, ein Schlüsselfilm und Höhepunkt in der Karriere von Stefania Sandrelli. Robert de Niro und Gérard Depardieu spielen neben Sandrelli in Bernardo Bertoluccis Geschichtsgemälde 1900 – Teil 1 und Teil 2. Ein weiteres Bertolucci-Werk mit Stefania Sandrelli in der Hauptrolle ist „Der große Irrtum", die Romanverfilmung von Alberto Moravias „Der Konformist". Pietro Germis „Alfredo, Alfredo" ist ein bislang weitgehend unentdeckt gebliebener Schatz der italienischen Filmgeschichte, neben Sandrelli spielt Dustin Hofmann die Hauptrolle. Den Abschluss der Reihe bildet die in Cannes 1967 mit der Goldenen Palme prämierte sarkastische Komödie. „Aber, aber, meine Herren..."
Sieben unterschiedliche Erstaufführungen hat das Filmhaus im Programm: Hu Bo, der in China bereits mit seinen Romanen Aufsehen erregte, gibt mit diesem vierstündigen Porträt einer Gesellschaft von Egoisten in „An Elephant sitting still" sein elektrisierendes Regiedebüt und tragischer Weise zugleich sein Testament. Der Dokumentarfilm „Back to the Fatherland" begleitet die dritte Generation Holocaust-Überlebender, die einen Neuanfang in Österreich und Deutschland wagt. „Murer – Anatomie eines Prozesses" behandelt mithilfe Originaldokumente den größten Justizskandal Österreichs, den Fall des angesehenen Lokalpolitikers und Großbauern Franz Murer, der von 1941 bis 1943 als „Schlächter von Vilnius" einer der Hauptverantwortlichen für die Tötung der Juden in der heutigen litauischen Hauptstadt gewesen sein soll. In „Matangi/Maya/M.I.A" spürt Regisseur Steve Loveridge dem Leben der Sängerin und Pop-Ikone M.I.A. nach. Fein gearbeitet und wundervoll umgesetzt ist das Debüt „Die Erbinnen", das bei der Berlinale 2018 mit dem Silberner Bären ausgezeichnet wurde. Der zweite Berlinale-Wettbewerbsbeitrag „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" von Philip Grönig geht bis an die Schmerzgrenze und ist ein intellektuelles, sinnliches und verstörendes Erlebnis zugleich. „Blue my mind" ist das faszinierende Debüt der Schweizer Drehbuchautorin und Regisseurin Lisa Brühlmann, das seine Zuschauer von der ersten bis zur letzten Einstellung in seinen Bann zieht!
Dem Regisseur Frank Capra (1897–1991) widmet das Filmhaus eine umfassende Retrospektive mit Filmen aus vier Jahrzehnten: Capra war der erste Regisseur, dessen Name vor dem Titel im Vorspann erschien und einer der wenigen, der in Hollywood die weitgehende Kontrolle über seine Filme besaß. Seine sozialkritischen, gleichzeitig optimistischen Komödien machten ihn und seine Protagonisten Jean Arthur, Barbara Stanwyck und James Stewart in den 30er Jahren weltberühmt.

Stand: 13.11.2018

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