Film
 

Filmhaus Nürnberg 10-18

Lemonade

Georgien, die kleine Nation am Rande des Kaukasus, ist ein großes Filmland mit eigenständiger Tradition. Bereits innerhalb der sowjetischen Filmproduktion traten die in der georgischen Republik gedrehten Filme durch ihre Eigenwilligkeit und fantastische Fabulierfreude hervor. Sie zeichnen sich durch satirischen Scharfblick und poetische Bildsprache, Erfindungsreichtum und oft surrealen Humor aus. Das Filmhaus Nürnberg zeigt vom 11. bis 28. Okt. elf herausragende georgische Filme aus der Sammlung des Arsenal Berlin, das nach dem staatlichen russischen Filmarchiv Gosfilmofond außerhalb Georgiens weltweit die zweitgrößte Sammlung georgischer Filme besitzt. Otar Iosselianis ist gleich mit zwei seiner Filme vertreten – zum einen mit der melancholischen Komödie „Es war einmal eine Singdrossel" und zum anderen mit „Pastorale", dessen Form einer musikalischen Komposition ähnelt. Die Satire „Blaue Berge oder eine unwahrscheinliche Geschichte" behandelt Bürokratie und Faulheit im Sozialismus. „Der Tag" skizziert hintergründig den bevorstehenden Zusammenbruch der Sowjetunion. Ebenfalls von der Auflösung alter Ordnung, jedoch ohne Bezugnahme auf sein Heimatland, erzählt Dito Tsintsadze in „Am Rande". „Einige Interviews zu persönlichen Fragen" der Regisseurin Lana Gogoberidse gilt als einer der ersten feministischen Filme der Sowjetunion. Giorgi Schengelaias „Die Reise eines jungen Komponisten" bezieht sich auf die spezifischen georgischen Erzähl- und Bildtraditionen, während das Drama „Ein großes, grünes Tal" vom italienischen Neorealismus beeinflusst ist. Unter der Auswahl sind auch zwei Literaturverfilmungen: Der Baum der Wünsche basiert auf einem Roman von Georgi Leonidse, dessen 22 Einzelerzählungen auch Inspiration für den Stil der Filminszenierung boten. Daneben verkörpert „Die Legende der Festung Suram" eine archaische georgische Legendenerzählen. Alexandre Rechwiaschwili besticht durch eine düstere kafkaeske Atmosphäre in seinem Film „Georgische Chronik des 19. Jahrhunderts".
Auch im Herbst gibt es eine Auswahl unterschiedlichster Erstaufführungen: Filmemacherin Ruth Beckermann bereitet mit „Waldheims Walzer", u.a. anhand ihrer eigenen Aufnahmen, die sogenannte „Waldheim-Affäre" auf. „A Woman Captured – Eine gefangene Frau" ist das ergreifende Porträt einer „modernen Sklavin" im heutigen Europa. Denis Côtés „A Skin So Soft – Ta Peau si lisse" hebt die Menschen hinter ihrer Obsession des Bodybuildings hervor. Ebenfalls dokumentarisch reiht sich „Back to the Fatherland" ein – der Film begleitet die dritte Generation Holocaust Überlebender, die einen Neuanfang in Österreich und Deutschland wagt. „A Fábrica de Nada" zeichnet durch seinen Stilmix ein vielschichtiges Bild der Eurokrise. Regisseur Milko Lazarov rückt mit „Nanouk" die Aktualität einer gefährdeten Kultur in den Fokus. „An Elephant is sitting still" ist das fulminante Filmdebüt des früh verstorbenen chinesischen Regisseurs Ho Bu. Der Film „Lemonade" erzählt von Machtmissbräuchen und Demütigung, die eine junge Einwanderin für den „American Dream" erdulden muss.
Pietro Germi (1914–1974) war eine der herausragenden Persönlichkeiten in der goldenen Ära des italienischen Films der 40er bis 70er Jahre. Seine bekannteste Regiearbeit „Scheidung auf Italienisch" (1961) war der Beginn einer internationalen Schauspielkarriere für die damals 15-jährige Stefania Sandrelli. Das Filmhaus Nürnberg zeigt vom 1. bis 25.11. acht Regiearbeiten von Pietro Germi sowie sieben Filme, in denen Stefania Sandrelli mitwirkt, darunter drei von Germi.

Stand: 09.10.2018

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