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Loren Kramar

Loren Kramar

Loren Kramar wuchs in Encino im San Fernando Valley auf und war gezwungen, seine Barbies vor seinem Vater zu verstecken, und natürlich wollte dieser schwule Junge ein Kinderstar werden. So schickte ihn seine Mutter heimlich zum Stepp-, Jazz- und Eiskunstlaufunterricht. Schon als Kind begann er zu singen und Musik zu schreiben; mit zehn Jahren schrieb er ein Ferienalbum und verbrachte Freitagabende mit seiner besten Freundin und deren Eltern auf dem Warner-Gelände. Kramar trat dem Chor bei und beschäftigte sich mit Theater und Tanz. In der High School hatte er eine Teenager-Band und einen Teenager-Manager. Kramar studierte später bildende Kunst, und seine Musik wurde konzeptioneller, Spoken-Word-Stücke, bei denen es mehr um die Performance ging als um das, was auf Band aufgenommen wurde. „Es gab diese gebrochenen Identitäten", sagt Kramar, „und sie haben sich immer sehr real angefühlt, aber sie waren Teile von mir. Sie waren exklusiv, privat, sie fühlten sich an, als müssten sie es sein". Loren ist eine Drama-Queen, lyrischer Dichter und theatralische Diva in einem, ein melodramatischer Geschichtenerzähler mit samtener-eindringlicher Cat Stevens-Inbrunst-Stimme, hin- und hergerissen zwischen Angst, Zweifel, Glauben und Hoffnung. Sein Album „Glovemaker (Secretly Canadian/Cargo) ist wie eine Studie über die Dunkelheit hinter dem Ruhm, eine bisweilen bombast-pompöse Orchestral-Übung, hochdramatischer Falsett-Singer-/Songwriter-Pop: „Glovemaker ist zu einer Art Code für das Kunstmachen selbst geworden. Ein Handschuh als Hülle oder Maske, die den Konturen des Lebens unter ihm folgt. Als Song und Symbol geht es in diesem Album darum, mein eigenes Leben zu studieren und nachzuzeichnen - und dann zu teilen, was da ist. Ich lebe mit einem ständigen Gefühl des Erreichens, und dieser Song ist ein Versuch, diese Geschichte zu erzählen. Die Einsamkeit, das Streben und die Besessenheit, ein besserer Künstler zu werden, erfolgreicher, mehr verstanden, geliebt." In „Gay Angels" erinnert er uns daran, dass seine Verliebtheit in den Ruhm untrennbar mit seinem Schwulsein und seinem eigenen Wunsch, außerhalb der Angst zu leben, verbunden ist. Berühmt zu sein bedeutet, sich zu outen. Bekannt zu sein. Er selbst zu sein. Und „Hollywood Blvd" ist eine Hymne, die Kramars Träume auf den Punkt bringt, während er sich seinen Zweifeln stellt.

Jürgen Parr

Stand: 01.05.2024

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