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Charlotte Day Wilson

Charlotte Day Wilson  - Cyan Blue

Die in Toronto geborene und aufgewachsene Sängerin, Songwriterin, Produzentin und Multiinstrumentalistin Charlotte Day Wilson betört auf „Cyan Blue" (XL(Beggars) mit 13 hypnotisierenden Tracks, die klassischen Soul, Gospel, R'n'B mit elektronischem Equipment auf ein zeitgemäßes Level hebt, das sich spannend vom Retro-Vintage-Gewerbe und Torch-Song-Schablonen mit kitschigem Schmalz abhebt, nicht zuletzt dank ihrer wandlungsfähigen und starken Stimme, die für sie auch Instrument für die Songs ist. Nucleus des Albums ist der Titeltrack, in dem Wilson ihr jüngeres Ich in einem Grenzbereich zwischen Traum und Realität, damals und heute, anspricht. „I wish I could see through your eyes/One more time", singt sie, und verdichtet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen. „Ich möchte wieder mit den unverbitterten Augen meines jüngeren Ichs sehen", erklärt Wilson die Entstehung des Albums. „Ich wünsche mir auch, dass mein jüngeres Ich sehen könnte, wo ich jetzt bin. Es wäre schön, etwas von der Weisheit und Klarheit, die ich jetzt habe, an sie weitergeben zu können." Das Projekt hat einen zyklischen Charakter, denn Wilson singt sowohl vom Schutz des Mädchens, das sie einst war, als auch von dem Kind, das sie eines Tages großziehen wird. Inspiriert durch den blaugrünen Farbton von Wilsons Iris begann die Farbe Cyan Blau die emotionale und klangliche Palette des Albums zu prägen, als sie mit Co-Produzent Jack Rochon in ihrem Heimstudio in Laurel Canyon an Songideen arbeitete. Plötzlich sah sie die Farbe überall: an der Horizontlinie zwischen dem kalifornischen Meer und dem Himmel und in den Augen ihres kleinen Neffen, den sie als „das reine, unverfälschte Kind, zu dem ich gerne zurückkehren würde" bezeichnet und der den Farbton stolz aus seiner Buntstiftschachtel zog. „Als ich an dem Album gearbeitet habe, habe ich angefangen, Blau als die Vergangenheit und Grün als die Zukunft zu betrachten, diese Songs liegen irgendwo dazwischen", erklärt Wilson. „Cyan Blue" fängt alle Schattierungen der menschlichen Erfahrung ein - mit all ihrer Melancholie, Bitterkeit, Reue, Sehnsucht und ihrem Glauben. Wilson verdichtet Gospel, Soul, R'n'B und Elektronik zu einem hochemphatisch-atmosphärischen Ganzen, das zwar reichlich Wehmut, aber genug Hoffnung hat.

Jürgen Parr

Stand: 01.05.2024

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