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Sigur Rós

Hier kommt der ganz dicke Wagneriansiche Brokat-Vorhang: Odins Rabenmagie, die die isländische Band Sigur Rós, bombastös-orchestral-überwältigend und hochdramatisch-düster-unheilschwanger-archaisch arrangiert und interpretiert, ist schon ein besonderes Stück Musik, das manchmal sogar leicht-beschwingt daherkommt - wie in „Dvergmál". „Odin's Raven Magic" (Krunk/Warner Classics/ADA) ist eine Kollaboration zwischen der Band, Maria Huld Markan Sigfúsdóttir, der isländischen Musiklegende Hilmar Örn Hilmarsson und Steindór Andersen, einem der angesehensten isländischen Kantors traditioneller epischer Erzählungen. Das Werk entstand aus Hilmarssons langjähriger Faszination für die Edda, ein Kapitel des isländischen mittelalterlichen literarischen Kanons mit dem Titel „Hrafnagaldur Óðins", benannt nach den beiden Raben des nordischen Gottes, die über die Erde flogen, um die Erde zu vermessen und Informationen zu ihm zurückzubringen. Das Gedicht erzählt von einem Festmahl der Götter, bei dem unheilvolle Zeichen das Ende der Welt, sowohl der Götter als auch der Menschen, ankündigen. „Odin's Raven Magic" wurde 2002 vom Reykjavik Arts Festival konzipiert und erstmals in Auftrag gegeben und damals nur wenige Male aufgeführt. Nach einigen seltenen Einzel-Partikeln gibt es jetzt das auf einer Live-Aufnahme der 70-minütigen Partitur aus der Pariser La Grande Halle de la Villette basierende Album für die wahren Fans von mystischen Reisen durch Raureif im Morgengrauen und kristallklare Gebirgsbäche bei Vollmond.

Jürgen Parr

Stand: 03.02.2021

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