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Club News 10-18

Kode 9 & Burial - Fabriclive 100

Der Sommer ist vorbei – und die Plattenveröffentlichungen nehmen zu. Die Londoner Produzenten-Legenden Kode9 & Burial veröffentlichen ihren „Fabriclive 100" [fabric records] Mix, eine 74-minütige Reise durch Electro-Wave, Jungle, Footwork, Drum'n'Bass, Techno, Breakbeat, Grime, weirder Electronik, whatever... der diese Serie des Londoner Clubs auch abschließen soll. Beide sind Pioniere der Clubmusik und haben sich gegenseitig stark beeinflusst und gepusht. Mich erinnert der Livemix an ein „Liveset", dass ich von Aphex Twin einst beim „Melt Festival" erlebt habe, wo er sich auch durch die Stile und Epochen der englischen Clubmusik gekonnt manövrierte. Kode9 aka Steve Goodman betreibt das einst für Dubstep stehende und immer noch sehr innovative Imprint Hyperdub Lael (Laurel Halo, DJ Rashad, Babyfather, Okzharp & Ribane, Lee Gamble, Proc Fiskal), ist selbst Produzent, Autor und DJ. Burial veröffentlicht fast ausschließlich auf Hyperdub und hat einen eigenen, charakteristischen Sound mit Vocalsamples und Field-recordings neben den elektronischen „Post-Dubsteptracks" erschaffen und einen Mythos um seine Person, da er sich der Öffentlichkeit und Marketingmaschinerie komplett entzieht. Die atmosphärischen Burial Sounds treten im Mix nur peripher und selten in den Vordergrund. Unter den 37 Stücken finden sich auch die unterschiedlichsten Tempi, sprich BPM, was ich an sich schon immer spannend finde – insgesamt sehr eklektisch und horizonterweiternd.

+++ Lieblingslabel der elektronischen Clubmusik neben Hemlock und Swamp 81 ist Hessle Audio aus UK, das seit gut 10 Jahren von David Kennedy (Pearson Sound), Ben Thomson (Ben UFO) und Kevin McAuley (Pangaea) betrieben wird. Bisher haben sie vor allem Maxis veröffentlicht. Von Bruce aka Larry McCarthy aus Bristol, der seit vier Jahren Clubmusik herausbringt, erscheint nun mit „Sonder Somatic" [hessle audio] (VÖ 26.10.) ein großartiger Debüt-Longplayer, der einerseits die „Postdubstep meets Techno"-Labelästhtik fortführt, andererseits aber auch für sich steht und eine Zukunft der innovativen Tanzmusik eröffnet, Funktionales mit Experimentellem vereint. Jetzt möchte ich auf der Stelle in den Club und diese Musik laut und am besten live hören...

+++ Die US-Amerikanerin Kelela fand sich mit ihrem letztjährigen Album „Take Me Apart" [warp] und ihrer spannenden Interpretation von R'n'B in vielen Jahres-Bestenlisten und überzeugte mich live beim diesjährigen „Primavera Sound Festival" in Barcelona. Nun erscheint „Take Me A_Part, The Remixes" [warp] mit Beteiligung von Serpentwithfeet, Gaika, Princess Nokia, Kaytranada und anderen, um nur die Bekannteren unter den 20 Tracks zu nennen. Pop ist zentral, aber die Beats, der Bass und Rhythmus bringen die Songs schon sicher in den Club. Auch hier liegen die BPM zwischen NoBPM-83-150, besonders gefallen mir die Remixe von Skyshaker und Hitmakerchinx. Mitproduziert hat übrigens Asma Maroof aka Asmara von Nguzunguzu, falls sich jemand an das Duo aus LA noch erinnert.

+++ Der Schwede Axel Willner veröffentlicht seit 2005 auf dem Kölner Kompakt Label unter dem Namen The Field ambientlastige, sphärische Minimal-Dub-Technomusik und bringt nun seinen sechsten Longplayer „Infinite Moment" heraus. Wenn man mal durch Schweden gefahren ist passt dieser Sound gut im Vergleich zu dem z.B. urbanen Techno Berlins. Man spürt die Weite und nimmt sich Zeit. Tiefgründig, fast schon zärtlich, unaufdringlich begleitet er uns auf den Dancefloor, ohne große Ablenkung, nur manchmal eine abstrakte Stimme ganz im Hintergrund. Qualität, wie man sie von skandinavischem Design gewohnt ist.

+++ Im Jahr 2002 erschien die erste EP von der in Paris lebenden Produzentin und DJ Chloé Thévenin auf dem dortigen Karat-Label um Ark und Krikor, das mich sehr begeisterte. Mittlerweile hat sie ihr eigenes kleines Label, der Sound ist weniger verspielt klickrig, eher wavig und mit „Lumiére Noire presents From Above Vol. 1" erscheint die erste Compilation mit 13 neuen Tracks, die die Open-Mindness der Labelphilosophie wiederspiegeln sollen. Freunde aus dem Umfeld, aber auch neue Namen tauchen auf. Electro-Shamanism von Sutja Gutierrez, Iñigo Vontier sticht mit slow-mo Psych-Downbeat unter seinem Contra-Projekt heraus, Suuns Sänger Ben Shemie singt roboterlike auf dem electroiden „A Million Kinds". Sehr stimmig und eigen das alles und insgesamt weniger puristisch als ihre eigenen, früheren Produktionen.

stefan wagner

Stand: 09.10.2018

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