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Club News 09-18

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In meiner letzten Kolumne hatte ich bereits auf das People Festival, das am 18. und 19. August im Berliner Funkhaus zum zweiten Mal stattfand, hingewiesen. Es wird von Nadine und Tom Michelberger, die gleichnamiges Hotel an der Warschauer Straße betreiben, sowie Justin Vernon und Aaron und Bryce Dessner initiiert. An die 180 Musikerinnen und Musiker trafen sich, um eine Woche lang in den Studios des ehemaligen DDR Funkhauses Musik zu machen und aufzunehmen, die sie dann am Wochenende dem Publikum in den sechs Studios, die zwischen 30 und 1000 Personen fassen, sowie der familiären Waldbühne und der industriellen Shedhalle präsentierten. Zwischen Folk und Electronica, Beats, etwas Techno und HipHop, Experimentelles, Indierock; vom Ukulele-Solo bis hin zum großen Ensemble mit Chor und im Garten stand ein Klavier, das von jedem bespielt werden durfte. Daneben wurde die Website mit Streamingplattform https://www.p-e-o-p-l-e.com eingerichtet, auf der die Artists selbst Musik hochladen und auch Livemitschnitte zu finden sind. Passend erschien zum Festival als Tonträger neben dem „People Mixtape 01" das gleichbetitelte Album von Big Red Machine [people/jagjaguwar], dem Projekt von Justin Vernon (Bon Iver) und Aaron Dessner (The National) mit etwa 30 Gästen, das einerseits vom Sound an das letzte Bon Iver Album „22, A Million" anknüpft, Justins charismatische, zum Teil verfremdete Stimme, musikalisch aber dann immer wieder überrascht und ausbricht aus der Folktronica Nische. Live wurde dies dann auch sowohl auf der großen Bühne der Shedhalle in imposanter Besetzung als auch als Trio auf der kleinen Waldbühne in fast schon intimer Atmosphäre präsentiert und sorgte für diverse Gänsehaut-Momente, wie das gesamte Wochenende auch immer wieder. Wünschen wir uns, dass es im nächsten Jahr wieder ein People-Festival geben wird. Oder vielleicht doch mal nach Eaux Claire pilgern...
+++ Auch Kieran Hebden aka Four Tet spielte bereits dieses Jahr an diesem imposanten Ort und hat nun über seine Bandcampseite https://fourtet.bandcamp.com „Live at Funkhaus Berlin, 10th May 2018" veröffentlicht. 17 Tracks und knapp 2 Stunden bilden die Liveatmosphäre seiner letzten Releases ab, die ich beim diesjährigen Primavera Sound Festival in Barcelona sowohl am Strand – da allerdings als DJ – und nachts auf einer der größeren Bühnen erleben durfte. Verspielter und geschmackvoller Minimalismus im Techno, der sich Zeit nimmt und immer wieder mit teils exotischen Einlagen überrascht.
+++ Dort spielten auch Mount Kimbie, ein britisches Duo, das seit knapp zehn Jahren Musik veröffentlicht und zu denen anfangs auch mal James Blake zählte. Die Schublade Post-Dubstep haftet ihnen immer noch an, auch wenn ihr Sound organischer und manchmal auch etwas krautig geworden ist. Live sind sie seit einiger Zeit ein Quartett, das sich da auch widerspiegelt. Nun erscheint ihr „DJ-Kicks" Mix [!k7] (VÖ 28.09.). Musikalisch bewegt sich der 23 Tracks beinhaltende und knapp 50 minütige Mix eher im technoiden, avantgardistischen Spektrum und hat wie üblich ein Exklusiv-Stück, „Southgate", inspiriert von Stanislav Tolkachev und Aleksi Perälä, die sich auch mit eigenen Tracks im Mix finden. Perkussiv, zurückgenommen im Tempo und irgendwie auch sehr harmonisch. Auch Actress hatte einen gewissen Einfluss, mit dem beide eine DJ-Tour absolvierten. Sehr fein auch der Abschluss mit einem Stück von Micachu und Tirzah.
+++ Auch unser Homie (remembering „Elektronisch Rocken" und „Pumping Velvet") und Wahlberliner Johannes Iron Curtis Paluka veröffentlicht einen neuen, zweiten Longplayer. „Upstream Colour" [tamed musiq]. Fortgeschrittene Housesounds mit tiefgründig- stilvoller Nuance, gelegentlich abstrakte Stimmen, oft im Hintergrund, träumerisch assoziativ, Piano... Live ist er am 22. September im Nürnberger Kunstbunker!
+++ Kompakt/Köln feiert 25-jähriges, wenn man die ersten Jahre des Delirium mitzählt, und veröffentlicht „Total 18", eine Compilation mit 25 Tracks zwischen psychedelic Techno – klasse Stück von Jono Ma & Dreems, poppigen, verspielten, knarzig stampfenden – Voigt & Voigt oder electroiden, wavigen Tracks zwischen House und Techno. Toll vor allem Aaron Ahrends mit dem leicht verspulten Vocaltrack „Eyes Closed" oder der Downtempo-Track von Lebsanft & Raquet, ach und natürlich das verträumte „White Flowers" von Tom Demac & den wunderbaren Real Lies, von denen man lange nichts gehört hat. Bekanntes und Exklusives. Wer hätte gedacht, dass es soooviele Facetten des Sound Of Cologne gibt...

stefan wagner

Stand: 19.09.2018

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