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„Just One“ ist das Spiel des Jahres 2019

Just One

Zugegeben, neu ist diese Meldung jetzt Mitte September natürlich nicht mehr, doch leider passte die in Berlin auf einer Pressekonferenz verkündete Entscheidung am 22. Juli 2019 terminlich (wie eigentlich in jedem Jahr) nicht mehr in das Heft vor der Sommerpause.

Drei Spiele waren wie stets für den Hauptpreis „Spiel des Jahres 2019" nominiert, und die nun Unterlegenen dürfen aber genau mit diesem Prädikat werben: „Nominiert zum Spiel des Jahres 2019". Es sind die kleinen (von der Schachtelgröße her) großen (vom Inhalt her) Kartenspiele „L.a.m.a" von Reiner Knizia (Verlag: Amigo Spiele), ein schnelles Kartenablegespiel für 2 bis 6 Spieler ab 8 Jahren, und „Werwörter" von Ted Alspach (Verlag: Ravensburger), ein rollenbetontes Wortratespiel für 4 bis 10 Spieler ab 10 Jahren. Auch diese beiden Titel haben viele, viele anderen Spieleveröffentlichungen dieses Jahrgangs hinter sich gelassen, und so geht natürlich auch an diese Autoren und ihre Verlage ein „Herzlicher Glückwunsch" von dieser Stelle aus.

Jubeln konnten in Berlin Ludoviv Roudy und Bruno Sautter und ihr Verlag Repos Productions (in Deutschland im Vertrieb von Asmodee, Essen) für ihr besonderes Partyspiel „Just One" für 3 bis 7 Spieler ab 8 Jahren.
Kern des Spiels sind 110 Karten, auf denen sich stets fünf Begriffe befinden. Derjenige, der versucht, den gesuchten Begriff zu erraten, nennt einfach eine Zahl zwischen 1 und 5. Der so festgelegte Begriff der oberen, vom Stapel gezogenen Karte, wird, für den Ratenden nicht sichtbar, vor diesen hingestellt. Die Mitstreiter am Tisch schreiben dann auf ihren kleinen Aufsteller jeweils heimlich ein Wort, das sie spontan mit dem gesuchten Begriff assoziieren und das demjenigen, der raten muss, eine Hilfestellung sein könnte. Denn: ja, „Just One" ist ein kooperatives Spiel! Ziel der gesamten Spielerunde ist es, möglichst viele Punkte zu erspielen, basierend auf dreizehn gezogenen Karten und schlussendlich zeigt ein Wertungsschema, wie gut die Runde gelaufen ist.
Doch soweit ist es noch nicht. Nachdem also alle anderen Mitspieler jeweils einen Begriff aufgeschrieben haben, werden diese verglichen. Kein Hinweis darf doppelt oder mehrfach sein; sie werden alle eliminiert. In dieser Zeit hat der Spieler, der das Rätsel lösen soll, seine Augen geschlossen. Sind alle notierten, einzeln aufgeschriebenen genannten Begriffe gültig, darf der Spieler, der den Begriff raten soll, sich die hoffentlich noch zahlreichen Hinweise anschauen. Und danach dann seine Vermutung äußern!
Der Witz am Spiel sind natürlich diese Hilfestellungen. Sollten die Begriffe einfach sein? Nahe liegend? Oder um die Ecke gedacht, damit es doch bitte zu keiner Dopplung kommt?! Schwierig, schwierig. Nach einigen schnellen Runden weiß aber jeder, wie der Hase läuft. Und dann erweist es sich auch ebenso schnell, dass „Just One" ein Spiel für viele, möglichst also 7 Spieler ist. Denn die durchschnittliche Familie mit vier Personen ist bei diesem Spiel des Jahres eher kläglich unterbesetzt. Ein Spieler soll raten. Drei schreiben etwas auf. Es gibt durch Zufall eine Dopplung. Bleibt exakt ein Hinweis, der zum gesuchten Wort führen soll. – Das ist ein bisschen sehr wenig. So ist also die Herstellerangabe mit 3 bis 7 Personen im unteren Bereich sehr phantasiebegabt.
„Just One" ist ein Spiel für die große (am besten 6 oder 7 Personen-Runde). Da der Spielablauf wirklich gekonnt optimiert ist, dauert das Spiel nicht wirklich lange und bringt so in jeder Beziehung kurzweiligen Spielspaß. Ob es nun tatsächlich das beste Familienspiel aus dem Jahrgang gewesen sein mag, darüber dürfen andere philosophieren. Sicher ist, dass alle drei nominierten Titel die Kurzweil gepachtet haben, ob es nun die intelligente Uno-Variante „L.a.m.a." ist oder die überzeugende Umarbeitung der „Werwölfe vom Düsterwald" in ein „Wortspiel mit geheimen Rollen", wie es so trefflich die Schachtel ankündigt. Wer mit vielen Personen abends spielen möchte, ist mit diesem Trio hervorragend ausgerüstet. Nichts ist abendfüllend. Die Abwechslung überzeugt. Glückwunsch aber natürlich an den diesjährigen Hauptpreisträger, an die Autoren Ludoviv Roudy und Bruno Sautter und ihren Verlag Repos Productions.
Die Jury veröffentlichte darüber hinaus eine Empfehlungsliste mit sechs weiteren Titeln.

Rainer Scheer

Mehr Infos und die Empfehlungslisten unter www.spiel-des-jahres.de

Stand: 10.09.2019

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