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Interview mit Andrea Maria Erl, künstlerische Leiterin des Festivals Panoptikum und des Theater Mummpitz

Andrea Maria Erl

Doppelpunkt: Das Festival Panoptikum wird vom 23. bis 28.1.2018 zum zehnten Mal stattfinden. Ist es eine Herzensangelegenheit für dich und das Team geworden?
Andrea Maria Erl: Inzwischen ist es uns tatsächlich ans Herz gewachsen. Als Gastgeber in kurzer Zeit so intensiv mit Künstlern aus ganz Europa so eng und intensiv in Kontakt zu kommen, hat vor allem unser eigenes Team inzwischen so zusammengebracht, dass eine wunderbare Harmonie entstanden ist, mit dem sicheren Gefühl sich immer aufeinander verlassen zu können. Es ist auch so ein bisschen unser Teamprojekt geworden, bis ins kleinste Detail ist von uns allen Alles organisiert und es funktioniert.

DP: Welches Motto würdest Du diesmal nennen wollen?
Andrea Maria Erl: Das Thema " zu Hause sein" hat sich unabhängig von uns vieren, die wir so viele Stücke im Vorfeld gesehen haben, herauskristallisiert, damit verbunden die Inhalte Ankommen - Weggehen, von einem neuen Zuhause träumen, mit dem Fremden umgehen können, um nur einige zu nennen.

DP: Wie wichtig ist die Sprache beim Festival?
Andrea Maria Erl: Die Sprache ist natürlich sehr wichtig, aber nicht wirklich ein Auswahlkriterium. Für uns entscheidend ist, dass ein Stück für die Kinder hier verständlich ist. In den Stücken, in denen die Sprache eine Rolle spielt, werden die Stücke ins Deutsche übersetzt. Wenn eine andere Sprache in einem Stück verwendet wird, hören die Kinder zwar diese, aber sie müssen den Inhalt trotzdem auch verstehen können.
Im Musik- oder im Tanztheater gibt es per se keine Sprache.


DP: Wird die Sprache mehr und mehr vereinfacht in den Theaterstücken?
Andrea Maria Erl: Nein. Nehmen wir als Beispiel das Stück „Iwein Löwenritter." Es dauert 2 Stunden, es gibt kein klassisches Bühnenbild, eher einen Zuhörraum, es ist eine szenische Lesung. Dieses Stück von Felicitas Hoppe fasziniert die Kinder, auch wenn sie der Sprache nicht oder noch nicht so mächtig sind, trotzdem verstehen sie die Geschichte. Dieses Stück spielt auch im Rahmen des Kulturrucksacks eine Rolle. Durch den direkten Erzähler, ähnlich wie bei einer Gute Nacht Geschichte, hören die Kinder zu, verstehen und können trotzdem ihre eigene Fantasie spielen lassen. Das Verständnis und die Lust auf die Sprache ist oft die Motivation danach die Geschichte zu lesen, lesen zu können und zu verstehen. Diese Geschichte animiert dazu selbst noch nachzufragen und eigene Ideen in den Kopf zu bringen.

DP: Wie hat sich das Panoptikumsfestival verändert und weiter entwickelt?
Andrea Maria Erl: Im öffentlichen Bereich wartet das Publikum schon darauf, es nimmt das Programm an, sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen, einzeln oder in Gruppen, genauso wie unser Rahmenprogramm, das von den Schulen und den Horten sehr geschätzt wird. Die Qualität der Produktionen hat deutlich angezogen. Wir bekommen aus ganz Europa Bewerbungen aus der obersten Liga der Kindertheater. Das Panoptikum genießt jetzt ein Renommee und hat sich tatsächlich in Europa zum absoluten Veranstaltertreffpunkt auch der Sachverständigen entwickelt. Ebenso war es schon Sprungbrett für Gruppen, die jetzt weltweit spielen, wie zum Beispiel,
Kopergietery (Belgien) : De koningin is verdwenen (Die Königin ist verschwunden), Cie. Arcosm (Frankreich) : Bounce! (Spring! )
Cie. El Patio (Spanien) : A Mano (Von Hand gemacht) .

DP: Wie weit übernimmt das Kindertheater im allgemeinen einen Teil der musischen Erziehung, die sonst in den Schulen stattfinden könnte/sollte?
Andrea Maria Erl: Die Theaterkultur wirkt unterstützend auf das allgemein musische Interesse, was auch nur unser Anliegen ist. Aber der Bedarf an Theaterpädagogik steigt doch deutlich an, das gilt für alle Spielformen und Themen, Musik und Tanztheater eingeschlossen.

DP: Gibt es für dich einen Unterschied als Regisseurin Erwachsenentheater oder Kindertheater zu inszenieren?
Andrea Maria Erl: Nein, als Regisseurin arbeite ich ja mit professionellen Schauspielern. Es ist für uns kein Unterschied, ob wir für Erwachsene oder für Kinder spielen. Natürlich ist es für uns interessant über Pädagogikprojekte permanent in Kontakt mit Kindern zu sein und von ihnen eine Rückmeldung und damit verbunden auch ein Gespür für sie zu bekommen. In unseren Stücken bieten wir als Erwachsene den Kindern unsere Sicht der Dinge an.
DP: Fein, viel Erfolg und viel Spaß beim Festival wünsche ich!
Carola Beer

Stand: 17.01.2018

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